GermanOpen2005

From B-Smart

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Anreise

Am Mittwoch gegen 14:30 trat das "B-Smart" Team mit 3 vollbeladenen Autos die Reise nach Paderborn an, um sich nach ca. 1 Stunde Fahrtzeit ersteinmal für knapp 2 Stunden in einem tollen Stau zu entspannen. Ein 4. Auto, dass mit etwas Verzögerung aufgebrochen war, hatte da etwas mehr Glück. Nachdem alle Teammitglieder den doch etwas kniffeligen Weg zur leicht abgelegenen aber dafür unheimlich ruhigen, sauberen und preiswerten Unterkunft samt noch freundlicherem Besitzer gefunden hatten, konnte nach kurzem Gepäckentladen die Weiterfahrt zum Heinz-Nixdorf Museumsforum beginnen.

Als 2. Mannschaft vor Ort traf das "B-Smart" Team am frühen Abend ein und begann sofort mit dem Aufbau des Equipments und der Montage der Kameras. Direkt im Anschluss folgte die erste Teambesprechung zur Klärung der noch anstehenden Aufgaben und Tests.

Auf dem Rückweg in die Pension gegen 0:00 statteten dann noch mehrere Teilnehmer dem schönen Ort "Schlangen" einen Besuch ab, was nicht das letzte mal sein sollte, dass man sich in der Paderborner Umgebung gnadenlos verfuhr :)

Am nächsten Tag wurde zeitlich um 08:00 gefrühstückt, um gegen 10:00 die letzten Aufbauarbeiten am Spielfeld abzuschliessen. Nach einem 2. Team Treffen wurden die zuvor besprochenen Aufgaben weiterverfolgt. Gegen 12:00 traff dann auch endlich das heiss ersehnte Spielfeld ein, sodass endlich die Feinjustierung der Kameras durchgeführt werden konnte.

Um 17:00 wurde bei einem Meeting der Small-Size League Team-Leader der Spielplan ausgelost. "B-Smart" hatte direkt um 08:30 am nächsten Tag das allererste Spiel des Turniers gegen das Team "Botnia" zu bestreiten. Da das Team "Botnia" nur über eine Funkfrequenz verfügte, mussten zunächst die "B-Smart" 433MHz Funkmodule gegen die 869MHz Module getauscht werden. Nach einem Komplett-Tausch folgte dann nochmal ein Test, ob alles mit dem Funk in Ordnung ist. Obwohl dies bereits zuvor an der Uni durchgeführt wurde, folgten nun knapp 3 Stunden geballte Verwirrung und Frustration. Keiner der Bots konnte mit 869MHz Modulen angesteuert werden. Sobald ein Bot einen grösseren Abstand als 1 Meter zum Sender hatte, tat sich einfach gar nichts mehr. Diese Tatsache war jedem absolut unverständlich, da wir noch 2 Tage zuvor mit den Bots und dieser Frequenz ohne Probleme durch die Uni-Korridore fahren konnten. Nach ca. 3 Stunden stellte sich dann heraus, dass das Funkmodul des "Vienna Cubes" Teams aus Wien selbst im Ruhebetrieb noch soviel gesendet hat, dass es genug war um unseren Funk komplett lahmzulegen. Dieser Umstand war den Cubes bis dahin unbekannt und sobald wir sie darauf hinwiesen, wurde der Funksender auch sofort abgeschaltet.

Nachdem dieses Problem behoben war, konnten dann nun endlich die letzten Tests vor dem ersten Spiel beginnen. Gegen 05:30 morgens endete eine programmierreiche Nacht und die "B-Smart" Mitglieder hatten noch etwa 2 Stunden Zeit sich auf den komfortablen Stühlen des Heinz-Nixdorf Forums ein wenig auszuruhen. Um 07:30 begann bereits das Setup für das erste Spiel ...


Die Spiele

Sowohl wir als auch das Team aus Finnland hatten zunächst Probleme mit den Signalen der Referee Box, welche an beide Teams Zustandsmelden wie z.B. "Freistoss für Blau", "Weiterspielen", "Stop" etc. sendet. Das Spiel lief noch nicht besonders flüssig und es fielen sofort einige Schwachstellen auf, welche man unbedingt noch zum nächsten Spiel beheben wollte.

Am Ende konnte sich das "B-Smart" Team dann mit einem Treffer in der 18. Minute zum knappen 1:0 Sieg durchsetzen. Direkt im Anschluss setzen sich die ersten Teammitglieder daran, die im Spiel beobachteten Schwachstellen zu bearbeiten, während parallel wieder die Funkmodule getauscht wurden (die 433MZh Module funktionieren aus Erfahrung besser) und die Bots geladen und gewartet wurden.

Um 13:00 Uhr begann dann das 2. Spiel gegen das "CoolRunners" Team der Uni Rostock. Auch dieses Spiel hätte zu Gunsten von "B-Smart" ausgehen müssen, jedoch kam es leider anders. In den letzten Sekunden des Spiels schoss ein "B-Smart" Verteidiger durch Rotation um die eigene Achse ein sehr unglückliches Eigentor, was zum Endstand von 0:1 gegen "B-Smart" führte und uns das Spiel kostete. Dies durfte im nächsten Spiel nicht mehr vorkommen, weshalb sich die Teammitglieder wieder sofort an die Rechner setzen, um gegen dieses Problem vorzugehen.

Um 18:30 Uhr begann das Spiel gegen den derzeitigen Weltmeister aus Berlin, die "FU-Fighters". Hier konnte das "B-Smart" Team leider absolut nichts ausrichten, ausser einem Berliner Roboter ein Rad zu entlocken ;) Die "FU-Fighters" gewannen mit 9:0 überragend gegen "B-Smart", genau wie sie auch die anderen Teams jeweils mit 10:0 nach Hause schickten und zum Schluss dann auch den Titel gewannen. Die Roboter der "FU-Fighters" sind der aktuellen Generation von "B-Smart" weit vorraus (4 Räder anstatt 3, Ballsensor auf dem Roboter um ankommende Bälle zu erkennen, ein VIEL stärkerer Schuss, etc.). Die Kameras der Berliner lieferten doppelt soviele Frames pro Sekunde wie unsere und leider konnte das "B-Smart" Team auch noch nicht die neuen Barebone Rechner einsetzen, sodass eine Kamera aufgrund des langsamen Rechners auch nur mit 50% der Leistung benutzt werden konnten. Selbstverständlich darf man auch nicht vergessen, dass die FU-Fighters schon etwas länger am RoboCup teilnehmen und ebenfalls über erprobte Software verfügen.

Nach diesem Spiel wurden sehr viele neue Ideen sowohl für die nächste Generation der Roboter wie auch für weitere Software gesammelt, welche das "B-Smart" Team noch bis zu den Weltmeisterschaften nächstes Jahr in Bremen umsetzen möchte. Bis in den späten Abend reichte das Brainstorming und eine weitere Programmiersitzung, um ein Fehlverhalten bei Freistoss Situationen zu beheben, sodass das "B-Smart" Team am nächsten Tag nach immerhin ein paar mehr Stunden Schlaf als am Vortag gegen 07:30 wieder das erste Team in der Halle war.

Um 08:00 Uhr trat das "B-Smart" Team dann gegen die "Vienna Cubes" aus Wien an. Das noch am Vortag recht peinliche Fehlverhalten bei gegnerischen Freistoss Situation wurde behoben, konnte aber auch nichts an einem 0:4 gegen ein gut spielendes Team aus Wien (das später den 2. Platz belegte) ändern.

Das letzte Spiel gegen den RFC Köten hätte erneut eindeutig für "B-Smart" ausgehen müssen. Die gegnerischen Roboter fuhren ständig ineinander und wirkten absolut chaotisch. Da sich im eigenen Strafraum nur der Torwart aufhalten darf, wurde dieses Verhalten der gegnerischen Bots zum Ende des Spiels dann auch vom Schiedsrichter mit einem Penalty für "B-Smart" geahndet, den wir aber leider nicht verwandeln konnten. Somit endete das Spiel unglücklich 0:0, wodurch sich das "B-Smart" Team den Einzug ins Endspiel um Platz 3 leider selbst versagte. Der 3. Platz ging am Ende an das Team "Botnia" aus Finnland, welches im ersten Spiel des Turniers 0:1 gegen "B-Smart" verlor.


Fazit

Der 3. Platz war definitv machbar, konnte aber leider nicht erreicht werden. Dennoch konnte das "B-Smart" Team durch diese German Open sehr viel lernen, sich Inspirationen holen und Erfahrung sammeln. Die teilweise wirklich unglücklichen Fehler werden den Teammitgliedern definitiv im Gedächtnis bleiben und sorgen evtl. sogar mehr dafür sich zu verbessern, als ein erreichter 3. Platz und daraus resultierende erste Zufriedenheit. Aufgrund des verpatzten 3. Platzes nun den Kopf in den Sand zu stecken ist ebenfalls der falsche Weg, das Ergebniss der German Open ist für "B-Smart" ein Anlass sich weiterhin drum zu bemühen, die eigene Hard- und Software immer weiter zu verbessern. Diesmal soll jedoch auch darauf zu achten, dass die nächste Generation von Projekt Teilnehmern auf die Erfahrung (Dokumentation von guter und schlechter Hardware, gute und schlechte Ansätze bei der Software, etc. etc.) des aktuellen Teams zurückgreifen kann.

Das Turnier hat ganz eindeutig gezeigt, dass man sich in der Small-Size Liga eben nicht einfach einen Roboter im Laden kaufen und den Code des Weltmeisters vom vorherigen Jahr draufspielen kann, um dann zu hoffen dass die anderen Teams tatsächlich etwas geändert haben und z.Z. instabile Neuerungen testen. Es hat gezeigt, dass es noch sehr viel zu tun gibt, sowohl bei der Hardware als auch bei der Software. Auch wenn es wohl die wenigsten freut zu verlieren, hat das ganze Turnier auch eine Menge Spass gemacht.

Zuletzt sei gesagt, dass wir ohne die freundliche Unterstützung unserer Partner wahrscheinlich gar nicht hätten antreten können, weshalb wir uns an dieser Stelle erneut für die Unterstützung unserer Sponsoren bedanken möchten. Wir hoffen sehr, dass uns unsere Partner auf dem wohl noch langen aber dafür umso interessanteren Weg nach oben weiterhin unterstützen werden.

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